Zur Hochzyt vo Emanuel und Claudine am 16.8.08

 

Lieb Brutbaar, liebi Gescht vo nooch und färn,
Dä brächtig Ort am See …. und mit fünf Stärn ….
Wird dangg däm Fescht vo hit in d Gschicht ygoh,
Denn mir sin doo zur Hochzyt zämmekoo,
Wän mit Emanuel und Claudine fyre,
Und ych, als Vater, wott my Dail bystyre.
Het’s au kai Kirche und kai Gloggeglyt,
Sin mir doch alli froh: es isch soo wyt!
S isch Zyt, s isch höchsti Zyt – fir d Hochzyt, maini,
Sunsch gäbt’s am Schluss womöglich gar e kaini.
S wär schaad, denn mir Verwandte wäre prellt,
Uff e gediig’ne Aaloss hän mir zellt.
Du wärsch, Emanuel, zwoor im Kindergaarte
Scho gaischtig ryf gsii, doch hesch welle waarte,
Um gueti dryssig Johr lang, s’isch z begryffe,
Charakterlig und menschlig noochezryffe.
Im Ainesiibezig, im Frauespitel
Kunsch Du uff d Wält. E Wält vo wysse Kittel.
De iberwindsch zem Gligg da Schogg scho gly
Und meerggsch : S ka d Wält au ganz schön farbig sy.
Als Buschi bisch no eender ruehig und
- Wie halt die maischte Buschi – zimlig rund.
De bisch e gnüegsaam und e zfriide Kind,
Luegsch stundelang de Blettli nooch im Wind
Und sprängsch im Gaischt scho alli Buschischrangge
Mit erschte philosophische Gedangge.
Scho bald kasch nit nur kichere und lache,
Nai, au scho sproochlig Di verständlig mache.
Was de vo Groosse hörsch, das kasch Der mergge
Und noocheschwätze und soo s Ego stergge…
Mit fünf findsch, welsch mit Läse nimmer waarte,
Drum schrybsch und liisisch scho im Kindergaarte.
E bitzli spöter, in der Brimeli
- Und au in Basel noo, im Gimeli –
Schrybsch nimme gärn – he joh: dy Schrift, die wott
Mit linggs – halt nit soo wärde, wie si sott!
Hingeege wirsch scho gly im Läse Spitze.
De liisisch, wo d kasch liige oder sitze.
Es staple d Büecher sich by Dir zuem Durm,
Joo, Du entwigglisch Dii zuem Büecherwurm.
Im Summer sin fir uns fascht allewyl
Sunnewaid und Wytwald s Feriezyl.
S het dä Familiesitz zwor kai Komfort,
Doch isch s e vornähm haimelige Ort.
Fir s Schaffe uff em Hoof vo näbedraa
Bisch Du zwoor in der Reegle nit so z haa.
Soll doch der Brueder stolz der Dragdor längge –
Du duesch Di lieber in Romän versängge!
Uff gaischt’gi Nahring bisch Du ganz versässe –
Derfir bisch aaspruchsloos in Sache Aesse.
Du bisch nit dä., wo in der Kuchi stoht,
Wenn’s als ums Rüschte und ums Koche goht.
Du issisch s maischte brav am Disch,
Sofärn s nit allzue sehr exotisch isch.
Crevette oder Lachs, die wärde gmiide,
Derfür bisch Du mit Gonfischnittli zfriide.

Und was git’s sunsch no allerhand für Gschichte
Woo-n-y us Schuel und Freyzyt könnti brichte?`
Me kaa Dii vyli Johr im JCB
Als Jungartischt in der Maneege seh.
S sin zwoor Drapeez und Airaad für Dii z schwär,
Doch wirsch als guete Wyssclown legendär.
De tritsch in Basel, Wil und Sarne uff.
Im Fünfenachzig gisch no aine druff:
Es glingt der denn, die Junge und die Alte
In Istanbul uff Türkisch z unterhalte!
Und schliesslig spiilsch als elegant-adrette
Wyss-blau karierte Clown no Clarinette.
Was d Clarinette aagoht: Bisch bigobt
Und üebsch au flyssig, was der Lehrer lobt.
Doch au der Sport isch reizvoll. Näbedraa
Foosch bald emool mit Basket spiile aa.
Und wel’s für baides zytlig nimme längt,
Wird d Muusig g’opfred und an Naagel ghänggt.
Dä Basketball dä loot Di nit in Rueh,
Es nimmt der Uffwand mit em Fortschritt zue.
Spiilsch virtuos – Dir kunnt halt d Grössi z Hilf:
Gumpsch uff, denn stöhn die Glaine glatt im Schilf!

Was d Schuel aagoht: Bisch super in de Sprooche,
Nur in der Mathe kunsch als nit ganz nooche.
S macht nyt, schaffsch schliesslig drotzdäm mit Bravour,
Das haisst mit Sächs im Lati au d Maduur.
Dernoo wird’s schwiirig: Was kentsch Du studiere?
Der Bruef sott intressant sy und rendiere.
Als Babbe find ych: Nutz Dy Muulwärgg uus
Und Dy Gedächtnis : Masch am beschte Jus.
Au Du findsch: Advokat wär gar nit schlächt,
Und soo vertiefsch Di zerscht emool ins Rächt.
Doch bald findsch, d Paragraphewält syg z drogge,
D Wält vo de Sprooche dät Dii vyl meh logge.
Soo fangsch vo vorne aa: Mit Germanistik
Und – noo e  bitzli nützliger – Anglistik.
Me sait: Wirsch halt emool e Lehrer sy….
Zuem Glügg schrammsch an däm Bruef ganz gnapp verby.
In Züri stygsch in d Wält vom Branding y,
Denn goht’s in d Wärbig, z Allschwil, und scho gly
Läbsch Di ins C.I. und ins C.C. y.
Zerscht schaffsch e bitz für s Image vo de Bangge,
Und denn – zuem Glügg noo voor die afön wangge –
Springsch ab in d Pharma. D Roche suecht schynt’s e Maa,
Wo Briefbabyr, Fabrigge, Pharmaka
En ainhaitlige Look verpasse kaa.

Jetz göhn mer noomool in d Vergangehait.
Mer hän drum über s Wohne noo nyt gsait.
Als Mieter bisch e bitz e Soorgekind.
De bisch im Wohnig wächsle nämlig gschwind.

E WG isch am Aafang zwoor no glatt,
Doch duurt’s nit allzue lang, noo hesch si satt.
In Züri z wohne, isch zwoor guet und „in“,
Well d Zürcher joo der Schwyzer Naabel sin,
Doch s Läbe isch dert stuur, es paggt Di d Wuet,
Und s kunnt, wie s koo muess: Nimmsch au dert der Huet.
De goosch zwoor Münchestai au noo goh teschte,
Doch letzschtlig gfallt Dir s Gundeli am beschte….

Und jetz no öppis, kurz, zuem andre Gschlächt:
Doo hesch Erfahrig, das isch gar nit schlächt.
Hesch s Motto: Ych bi nuur e ganze Maa
Und zfriide, wenn y au e Frindin haa.
Zuem Glügg findsch lycht Kontagt, das haisst es stoht
E näggschti scho baraad, wenn aini goht….
….Nur bisch de maischte gwaltig iiberläge,
Das isch für die Verbindige kai Säge.
Doch schliesslig driffsch, scho im e gwiise Alter
Erneut uff d Claudine Köhler, und die gfallt Der.
Si isch e Vorzaigfrau, adrett und stolz
Mit ere Hoorbracht, schwarz wie Eebeholz.
Si isch e Frau, wo schnäll und guet bigryfft.
Si isch durch d Schuel vom Läbe au scho gryft.
Im Moode zaichne isch si top und au
Erfolgrych, kurz: si isch e Powerfrau.
Au uns gfallt d Claudine, dorum sin mir ganz
Bigaischtered vo däre Allianz.

Uns alli freut’s, hän Ihr die Eh hüt gschlosse
Und uns am Fescht, däm schigge, dailnäh losse.

Zäsur.

Y wott jetz nimm d Verangehait bisinge,
Derfir fir d Zuekunft e baar Wünsch aabringe:
Ych wünsch der neue, edle, k und k
Familie Glügg und Glanz und Gloria
Ych hoff, die „C“ und „E“, wo doo soo glunge
Liiert sin, blybe lang esoo verschlunge.
Mir wünsche Euch e konstruktive Eh,
Mir wän en Eh, woo lang Bistand het, gseh!
Vyl Spass bym Wohne in der Stadt am Rhy
In Eurem schöne Gundeli-Logis,
Umgäh vo Ganesh, Buddha und so fort…
Vyl Freud am Basketball, däm tolle Sport,
Vyl Phantasie bym Kollektion-Entwärfe,
Und au wenn’s hektisch zuegoht: gueti Närve!
Isch denn der Dagesstress als überwunde
Noo wünsche mir e guete Schloof, e gsunde.
Nur dängged vor em Schloofe, sapperlott,
Draa, dass me zerscht noo d Kerze lösche sott!
Am beschte hängge-n-er der Fürlöschapparat
Zuer Noot grad näbem Nachtdischli baraad.
Mir wünsche-n-Euch au vyli schöni Feerie
In Thailand, Indie oder au Algerie.

Und dängged als bym Hotelbueche draa,
Dass me mit drey statt fünf Stärn spaare kaa.
Es lohnt sich, öppis uff der Syte z haa,
Woo me druus Kinderbettli kaufe kaa.
Mir wünsche nätti Kinder und, wenn’s goht,
Nit allzue grossi  -  und nit allzue spoot.
Ych wott mi schliesslig, drotz em schlächte Rugge,
Denn no in Kinderwaage könne bugge!

Das wär’s. Jetzt, glaub y, han y s Wichtigscht gsait.
S isch Zyt, dass me der nägschti Gang uffdrait.
Ych wünsch jetz unsrem muntre Hochzytsbaar
Vyl Glügg im Name vo der Geschteschaar.
Der Start isch guet gsii. Mached wyter soo,
Denn wird die Eh ganz gwiss rächt uusekoo.

 

Arnold Kuhn
8/08

 

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